Hochsensibilität – wie kann man besser damit umgehen?

Jeder Fünfte ist hochsensibel, doch was bedeutet das? Empfindlich? Mimose? Stell dich doch nicht so an! So denken Menschen, die etwas dickfelliger auf die Welt gekommen sind und die Reaktion einer sensiblen Person so gar nicht nachvollziehen können. Dabei ist diese Form der Empfindsamkeit nicht nur eine Last, sondern auch eine besondere Gabe. Im heutigen Artikel geht es um die Vorteile der Hochsensibilität und wie man diese optimal nutzen kann.

 

Sensibel und erfolgreich

Tipps aus dem Buch von Susan Marletta-Hart

Ein hochsensibler Mensch kann so stark in eine Erfahrung oder eine Beziehung zu einem anderen Menschen eintauchen, dass er sich darin verliert. (Susan Marletta-Hart)

Was ist Hochsensibilität?

Die meisten Hochsensiblen erleben das Gefühl, anders als andere zu sein, irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Hochsensible verarbeiten Sinneseindrücke komplexer und differenzierter als andere Menschen. Sie nehmen Nuancen wahr, die andere Menschen übersehen. Das kann Lärm, grelle Lichter, große Menschenmengen oder Emotionen der anderen betreffen. Wer mehr wahrnimmt, ist auch schneller von Reizen überflutet. Überstimulation durch starke Reize führt bei Hochsensiblen schneller zu Stress. Da benötigt man mehr Zeit, um die vielen Informationen anschließend in Ruhe zu verarbeiten.

Hochsensibilität kann verschiedene Ausprägungen zeigen, möglich sind beispielsweise:

  • Sie leiden unter Störungen in der Umgebung, die für Ihre Mitmenschen scheinbar bedeutungslos sind
  • Starke Gefühle von einem Freund oder Bekannten können irritieren, wenn dieser seine Befindlichkeit nicht anspricht
  • Nach Kontakten mit anderen Menschen fühlt der Hochsensible sich schnell ausgelaugt
  • Shopping ist nicht Entspannung, sondern bringt Sie schnell an die Belastungsgrenze
  • Unfreundliche Bemerkungen werfen Sie aus der Bahn, manchmal tagelang

Die Autorin vergleicht die Hochsensiblen mit einem Segelboot, das schnell auf dem Meer hin- und hergeworfen wird, während die anderen Menschen einen schweren Tanker fahren, den so schnell nichts vom Kurs abbringt.

Hochsensible durchschauen die Lügen der anderen leichter, deren Dreistigkeit nimmt sie emotional stark mit. Die Stimmung der anderen wird wahrgenommen, ob Menschen sich mögen oder gestern gestritten haben – ein Hochsensibler kann Ihnen das sagen. Hochsensible spüren, wenn anderen Menschen etwas fehlt. Instinktiv möchten Sie dem anderen helfen, damit es ihm wieder besser geht – leider häufig bis zur eigenen Erschöpfung.

Hochsensible saugen die Gefühle der anderen in sich auf und nehmen deren Stimmung an, so dass sie am Schluss nicht mehr wissen, was ihre Gefühle und was die Gefühle der anderen Menschen sind. Dann wundern sie sich hinterher manchmal über ihre Entscheidungen, die sie trafen, als sie diesem Gefühl ausgeliefert waren.

Strategien im Umgang mit der eigenen Hochsensibilität

Hochsensibilität ist eine Charaktereigenschaft – keine Störung oder Krankheit.

Die anderen Menschen reagieren meist verständnislos auf Hochsensible. Und auch die Betroffenen selbst können ihre Reaktion meist nicht richtig einordnen und verstehen. Daher leiden sie sehr unter ihrem Verhalten in stressigen Situationen und machen sich Vorwürfe. Zunächst ist es eine große Erleichterung, wenn ein Hochsensibler erkennt, dass er nicht verrückt ist, sondern – gemeinsam mit 20 Prozent der übrigen Bevölkerung – einfach bessere Antennen und eine empfindlichere Informationsauswertungsmöglichkeit besitzt. Es ist auch von Vorteil, wenn man erkennt, dass zwei Menschen eben noch einen Konflikt hatten oder dass der angeblich nette Kollege einen gerade angelogen hat. Solche Inforrmationen kann man nutzen.

Trotzdem muss sich der Hochsensible schützen, er muss kurz- und langfristigem Stress etwas entgegen setzen. Dies kann zum Beispiel das Erlernen der Meditation sein, die dem Menschen generell mehr Gelassenheit bringt und auch Stress vorbeugt. Auch Psychotherapie kann helfen, neue Verhaltensmuster in stressigen Situationen zu etablieren. Doch die wichtigste Erkenntnis für den Hochsensiblen ist, dass die Eigenschaft, die ihm oft Stress verschafft, im Grunde eine höchst wertvolle Gabe ist, die er nutzen kann, sobald er mit seiner Empfindsamkeit umzugehen gelernt hat.

Viele weitere Tipps und konkrete Beispiele finden Sie im Ratgeber „Leben mit Hochsensibilität: Herausforderung und Gabe“ von Susan Marletta-Hart.

Leben mit Hochsensibilität: Herausforderung und Gabe  Ratgeber von Susan Marletta-Hart: Etwa 20 Prozent aller Menschen sind hochsensibel, normalerweise ohne es zu wissen. Das Einzige, was sie wissen, ist, dass sie seit ihrer Kindheit irgendwie anders waren als andere Menschen. Ihnen sind Stress, Lärm und grelles Licht oft zu viel, sie spüren regelmäßig das Bedürfnis allein zu sein, sie haben ein intensives Gefühlsleben, eine reiche Fantasie und lebhafte Träume. Ebenso werden sie leicht von der Stimmung, die andere ausstrahlen, beeinflusst.
Susan Marletta-Hart erklärt auf Grundlage ihrer eigenen Erfahrung und anschaulich dargelegten Forschungsergebnissen, was Hochsensibilität ist, und zeigt an praktischen Beispielen, wie man diese vermeintliche Schwierigkeit zu einer besonderen Gabe macht und sie bewusst in Stärke verwandelt.
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