Schreiben Sie Ihre Biografie

Im heutigen Tipp machen wir gemeinsam mit der Psychotherapeutin Elisabeth Mardorf einen Spaziergang durch das Leben. Eine Biografie zu erstellen, das kann für junge und alte Menschen interessant sein. Dabei muss man das Leben nicht von A bis Z notieren, anhand der Fragen aus dem heutigen Tipp können Sie quasi mittendrin anfangen. Ein gutes Thema für lange Abende oder Gespräche mit Verwandten, genau wie für die Beschäftigung mit sich selbst. 

Die Biografie – für jung und alt

Ein Tipp von Elisabeth Mardorf

„Vielleicht fühlen Sie sich noch viel zu jung, um Memoiren zu schreiben. Sie haben ja noch gar nicht so viel erlebt, meinen Sie, und es wäre etwas albern, jetzt schon über Ihre Erfahrungen schreiben. Aber Sie spüren den Drang, zu schreiben und wissen nur nicht recht, wo Sie anfangen sollen.

Ich finde, gerade in jungen Jahren, in denen die Eindrücke besonders intensiv sind, lohnt es sich, aufzuschreiben, an welche Kindheitserlebnisse man sich erinnert: beispielsweise Schulstreiche, erste Verliebtheit und Familiengeschichten. Noch sind Sie relativ dicht dran an diesen Begebenheiten, und je älter Sie werden, umso mehr verwässert sich die Erinnerung. Nutzen Sie also ruhig das Privileg, jung zu sein! Machen Sie sich jetzt Notizen, die Ihnen später vielleicht wertvolles Material liefern!

Wenn Sie schon älter sind, haben Sie einen großen Fundus von Erlebnissen und Erinnerungen, den Sie für sich aufschreiben können oder aber weitergeben an Ihre Familie. Sie werden staunen, wie schnell Ihre Erinnerungen bei so konkreten Fragen aus den grauen verstaubten Ecken des Gehirns wieder bunt werden!

Gehen Sie in Ihrem eigenen Leben spazieren, egal, in welchem Alter Sie sind. Schauen Sie mal hier, mal dort, lassen Sie sich treiben in Ihren Gedanken, Erinnerungen und Zukunftsträumen. Sie werden staunen, welche Schätze Sie entdecken: Sie brauchen keine großartige Ausrüstung. Ein Kuli, ein Füller oder ein Bleistift und ein Notizbuch genügen. Gehen Sie in dem Buch spazieren und schreiben Sie Ihre Einfälle auf.“

Ein Geschenk für sich selbst oder andere

Sie finden eine Reihe von Texten mit Themen zur Biografie. Ich erzähle Ihnen zu jedem Thema ein bisschen aus meinem Leben, stelle Fragen oder gebe konkrete Hinweise, und Sie lassen einfach die Anregungen auf sich wirken und spinnen den Faden weiter.

Sie müssen keine Reihenfolge einhalten, Sie brauchen keinem bestimmten Plan zu folgen. Beginnen Sie in der Mitte oder am Anfang, fangen Sie einfach irgendwo an und lassen Sie sich hineinziehen in die Freude am Schreiben. Eine Viertelstunde lang oder einen verregneten Nachmittag lang, im Garten im Liegestuhl, gemütlich auf dem Sofa oder am Küchentisch. Vielleicht geht es Ihnen mit dem Buch auch wie sonst beim Spazierengehen: Sich aufzuraffen, kostet anfangs Überwindung. Ist man aber erst einmal in Bewegung, mag man gar nicht mehr aufhören.

Und denken Sie beim Schreiben daran: Es wird Ihr eigenes Buch, Sie müssen keinerlei Erwartungen erfüllen. Im Zeitalter der virtuellen Speicherung könnte so ein handgeschriebenes Buch aber für Ihre Familie eines Tages ein großer Schatz sein. Und vielleicht hilft es Ihnen eines Tages, tatsächlich ein gedrucktes Buch daraus zu machen, Ihre Biografie oder einen Roman.

Interview mit Verwandten – Gespräche ohne Blabla

Interessant ist es aber auch, die eigenen Eltern oder andere Verwandte zu bitten, die Fragen schriftlich zu beantworten. Und wenn denen das zu kompliziert ist, kann man anhand der Fragen wunderbar ein lockeres Interview mit ihnen führen und aufnehmen. Sie werden staunen, wie plötzlich die Erinnerungen nur so sprudeln, je konkreter Sie fragen!

Die Fragen im Buch sind ganz bewusst ohne kritische Inhalte formuliert. Auch wenn Sie gern mehr über Großvaters Haltung im Krieg oder über Familiengeheimnisse wissen möchten – beginnen Sie mit diesen harmlosen Fragen! Nach und nach kommen Sie vielleicht auch auf die heiklen Themen zu sprechen.

Ich habe solche Interviews über einen längeren Zeitraum mit meinem Vater geführt, und es waren interessante und schöne Gespräche. Ich konnte dann daraus für unsere Familie ein Buch machen, das Vieles verständlich machte. Wenn man sich sonst so oft im Rahmen der Familie oder auf Geburtstagen sieht, kommt solch ein  intensiver Austausch oft zu kurz. Sammeln Sie die Erinnerungen Ihrer älteren Verwandten und verstehen Sie Ihre eigene Geschichte besser.

Ein wunderbares Geschenk für die Menschen, die sonst so schwer zu beschenken sind

Zu Weihnachten und zu Geburtstagen fehlt oft die zündende Idee, was man Mama und Papa, Tante Ilse oder Onkel Herbert schenken könnte. Hier ein Tipp:

Es gibt auch eine Taschenbuch-Ausgabe von „Spaziergang durch das Leben“. Darin sind nach jedem Thema vier linierte Seiten frei, um direkt in das Buch zu schreiben.

Verschenken Sie für ungeübte Schreiber gleich einen schönen Bleistift und ein Radiergummi dazu, das nimmt die Hemmungen, in ein Buch hineinzuschreiben. „Spaziergang durch das Leben“ eignet sich als Geschenk nicht nur für ältere Verwandte, sondern auch für die beste Freundin oder den Freund. Auch frische Erinnerungen können Spaß machen!

Hier zwei Beispielthemen

Die Wohnungen meines Lebens

Wohnungen und Häuser sind wie Erweiterungen der eigenen Haut. Sie grenzen uns und unsere Familien nach außen ab, sie schützen uns, sie bieten uns Geborgenheit. Sie können aber auch zu eng werden, wir können uns in ihnen einsam fühlen, abgeschnitten von der Welt. Sie können freundliche Erinnerungen bergen, wir können Sehnsucht nach früheren Wohnungen haben, wir können erleichtert sein, wenn wir ausziehen.

  • In welchen Wohnungen oder Häusern haben Sie bislang gelebt?
  • Erinnern Sie sich noch an die Adressen?
  • Erinnern Sie sich noch an die Telefonnummern?
  • Erinnern Sie sich an Ihre Nachbarn?
  • Können Sie noch den Grundriss der Wohnung zeichnen?
  • Welche Zimmer gab es? Wie waren sie eingerichtet?
  • Wie war der Blick aus Ihrem Fenster?
  • Wonach roch es im Haus?
  • Welche Geräusche waren in der Umgebung?
  • In welcher Wohnung, in welchem Haus haben Sie die glücklichste Zeit verbracht?
  • Beschreiben Sie die Wohnung oder das Haus, wo Sie jetzt leben. Wie würden Sie Ihre Wohnung später Ihren Enkeln beschreiben?

Die Autos meines Lebens

Können Sie sich noch erinnern, wann Sie zum ersten Mal in einem Auto mitgefahren sind? Wenn Sie vor 1950 geboren sind, war das wahrscheinlich ein Ereignis, an das Sie noch sehr genaue Erinnerungen haben. Ein Auto in der Nachbarschaft oder in der eigenen Familie war vor 1960 etwas sehr Seltenes. Erinnern Sie sich noch an alle Autos Ihrer Eltern? Und an Ihre eigenen Autos, falls Sie Autofahrer sind? Es geht ja nicht einfach um die Aufzählung:

Autos stehen vielmehr für verschiedene Phasen im eigenen Leben, für Erlebnisse wie die erste Liebe, für Urlaube, für das viel zu frühe Abgeholt-Werden von einer tollen Party, wenn man noch 13 ist. Für Liebeskummer und Herzklopfen, wenn der Wagen des Angehimmelten vorbeifährt.

Erinnern Sie sich noch an Ihre Fahrprüfung? An das Gefühl, endlich den Führerschein zu haben? Das erste eigene Auto, der erste eigene Autoschlüssel? Wissen Sie noch, wohin Ihre erste Fahrt ging? Erinnern Sie sich an erste Liebes-Erlebnisse im Auto? Hatten Ihre früheren Autos einen Namen? Eine besondere Kennzeichen-Kombination? Welche Erinnerungen verbinden Sie mit den Autos Ihres Lebens? Für welche Lebensphasen waren sie kennzeichnend?

Haben Sie vielleicht auch einen „Auto-Traum“, ein Traum-Auto, das sie gerne eines Tages hätten? Was wäre dann anders in Ihrem Leben? Und was bedeutet Ihnen Ihr jetziges Auto?

Viele weitere gute Tipps zum Verfassen Ihrer Biografie finden Sie in dem Ratgeber von Elisabeth Mardorf!

Spaziergang durch das Leben. Schreiben Sie Ihre Biografie Ratgeber von Elisabeth Mardorf: Sie möchten schon so lange Ihre Erinnerungen aufschreiben, wissen aber nicht recht, wo Sie anfangen sollen? Ich gebe Ihnen mit Anekdoten und Fragen aus verschiedenen Lebensbereichen viele Anregungen. In dem gedruckten Buch finden Sie hinter jedem Thema einige leere Seiten, auf denen Sie gleich Ihre Notizen schreiben können. Im Ebook geht das natürlich nicht. Legen Sie beim Lesen oder beim Interview mit Ihren Eltern oder anderen Verwandten einfach ein schönes Notizbuch bereit, in das Sie schreiben können.
Kleiner Tipp: Das gedruckte Buch ist auch als Geschenk für schreibbegeisterte Freunde und für Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten gut geeignet (bei denen es doch immer schwierig ist, etwas Passendes zu finden …)
(50 Normseiten, gedrucktes Buch mit Raum für persönliche Notizen) hier kaufen! (E-Book) Den Link zum gedruckten Buch finden Sie HIER.

Über die Autorin:
Über die Autorin:
Elisabeth Mardorf ist Psychotherapeutin, Coach und Autorin. Sie schreibt seit 50 Jahren Tagebuch und hat unter anderem daraus gelernt, Erlebnisse in einem größeren Zusammenhang zu sehen.
Auch nach vielen Jahrzehnten als Psychotherapeutin findet sie immer noch, dass das „wahre Leben“ die besten Geschichten schreibt (was sie nicht daran hindert, gerne Romane und Zeitschriften zu lesen).
Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund in der Nähe von Osnabrück.

Homepage der Autorin: www.elisabeth-mardorf.de
Sie finden Elisabeth Mardorf auch auf Facebook und Twitter.

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