Meditation für mehr Kraft und Klarheit

Alle, die mit Erfolg meditieren, sind Verlierer. Mit diesen ungewöhnlichen Worten beginnt Ajahn Brahm seinen Ratgeber. Was verlieren wir genau? Und was gewinnen wir, wenn wir regelmäßig meditieren? Im heutigen Tipp geht es ums Nichtstun, Loslassen, Verlieren und um die Leere.

 

Über Verlierer und Gewinner durch Meditation

Tipps aus dem Buch von Ajahn Brahm

Gleich das Vorwort ist verwirrend. Wer meditiert, verliert! Was genau meint der Autor mit seiner Aussage? Wenn wir etwas loslassen, und darum geht es in der Meditation, verschwindet es. Daher sind alle, die mit Erfolg meditieren, in diesem Sinne Verlierer. Sie verlieren die Haftung an Dinge.

Tipps zum Meditieren

Eigentlich ist es einfach. Wir setzen uns hin und beobachten den Atem. Je nach Technik variiert die Sitzposition, man spricht ein Mantra oder man leitet seine Aufmerksamkeit in verschiedene Teile des Körpers (Bodyscan). Dafür benötigt im Grunde niemand eine Anleitung. Trotzdem fällt es schwer, solche im Grunde einfachen Anweisungen zu befolgen und nichts zu tun. Wir sind Aktivität gewöhnt, die Leistungsethik, mit der wir aufgewachsen sind, steht im krassen Widerspruch zur Meditation. So kreist unser unruhiger Geist und beißt sich an Problemen fest, wenn wir eigentlich zur Ruhe kommen möchten.

Resultate in Sekunden?

Wir leben in einer ergebnis- und wettbewerborientierten Gesellschaft. Wenn ich mich jeden Tag zum Nichtstun hinsetze, dann will ich damit etwas erreichen! Aber zackig! Man kann mit Meditation viel erreichen – aber nur, wenn man nichts erreichen will! Stattdessen ist fürsorgliche Aufmerksamkeit gefragt, dann kommen die Ergebnisse von selbst. Wer es hierhin schafft, für den ist die Aussicht auf eine lange Meditation in einem Retreat keine Schreckensnachricht, sondern man freut sich darauf wie auf einen Urlaub. Um an diesen Punkt zu gelangen, muss man regelmäßig üben, möglichst ohne zu große Erwartungen an Ergebnisse zu haben.

Probleme abkühlen lassen

Wer kennt das nicht? Man ist in einen Konflikt geraten und trägt das Thema stunden- und tagelang mit sich herum. Wir können scheinbar nicht anders, als uns ständig wieder an diesem Problem festzubeißen. Das unruhige Denken gleitet früher oder später ins Negative ab. Je stiller wir innerlich werden, desto glücklicher sind wir auch. Freundlichkeit und Mitgefühl können das Aufgewühlte in uns wieder glätten. So verlieren die Kränkungen allmählich ihren Schmerz. Schenken Sie Ihrem aufgewühlten Geist fürsorgliche Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und Mitgefühl. Denken Sie „Das wird schon, mach Dir keine Sorgen, es ist alles in Ordnung.“ Das Interesse am gegenwärtigen Augenblick kann uns ebenfalls helfen, zur Ruhe zu finden und die Probleme abkühlen zu lassen. Was jetzt gerade ist, das ist gut, wie es ist. Es muss nicht anders sein.

Das Glück der Selbstbeherrschung

Was wollen wir nicht alles, weniger essen, gelassen bleiben, wenn wir von anderen provoziert werden, die Palette ist groß. Im Grunde wünschen wir uns mehr Selbstbeherrschung, dass wir unserem ersten Impuls nicht gleich nachgeben. Und diese wiederum kann uns ein Gefühl von Stärke schenken. Es tut unglaublich gut, wenn man einmal nicht nachgibt. Man gibt den Verunreinigungen, wie der Autor sie nennt, einen Tritt und ist frei. Genauso gut tut es, wenn man sich von Gier, Hass und Neid befreit.

Müssen wir uns von Wünschen und Begierden beherrschen lassen? Man kann lernen, dass das nicht immer notwendig ist. Im Grunde kommen wir auch einmal eine Nacht ohne Schlaf oder einen Tag ohne Essen aus. So fasste Ajahn Brahm den Entschluss, drei Monate lang keinen Tee zu trinken, was für ihn als einen Engländer in etwa so ist, wie wenn ein Deutscher auf Kaffee verzichten müsste. Brahm war fest entschlossen, dass es ihm auch ohne Tee gut gehen könne, so wurde aus der Zeit gar keine große Sache. Hätte er sich an dem Thema festgebissen und darüber nachgedacht, dass er ohne Koffein womöglich Kopfschmerzen bekommt und was er macht, wenn er zu einer Tasse Tee eingeladen wird, dann wäre ihm der Verzicht sicher schwer gefallen. Aber er beschloss, dass es kein Problem ist und schenkte dem Thema gar nicht viel Aufmerksamkeit. So wurde es auch kein Problem.

Selbstbeherrschung bringt nicht nur Freiheit, sondern auch eine ganze Menge Selbstvertrauen. Wir werden nicht von unseren Wünschen und Begierden hin- und hergeworfen wie ein Schiff vom Wind und den Wellen. Wir können selbst entscheiden, wo die Reise hingehen soll. Wir sind flexibel und können uns wechselnden Umständen anpassen. Und die Meditation, die bringt uns Schritt für Schritt voran in diese Richtung.

Viele weitere Tipps und interessante Gedanken zur Meditation finden Sie im Ratgeber „Meditation: Kraft und Klarheit für den Geist“ von Ajahn Brahm.

Meditation: Kraft und Klarheit für den Geist  Ratgeber von Ajahn Brahm:
Von Termin zu Termin hetzend, stressgeplagt und ständig unter Druck findet der moderne Mensch nur noch schwer zu Erholung und innerer Ruhe. Kann Meditation hier eine Hilfe sein? »Ja, man muss nur richtig meditieren«, sagt Ajahn Brahm, einer der ungewöhnlichsten und angesehensten buddhistischen Lehrer unserer Zeit. »Meditation kann unseren Alltag wandeln, bereichern und lässt ihn leichter werden.«
Zunächst schildert der Autor klar und deutlich, wie die anfänglichen Hindernisse und Stolpersteine überwunden werden können: das unaufhörliche Gedankenkarussell, die Ungeduld, die Ablenkung durch äußere Einflüsse und die Müdigkeit. In der Vertiefung der Praxis geht es um tiefe Gedankenstille, das Gewahrsein des Augenblicks, das Loslassen aller Mühen und Sorgen.
Dieses Buch lehrt eine Form der Meditation, die uns stärker werden, innere Stille finden und Kraft schöpfen lässt, um die Hürden des Alltags zu überwinden und in das spirituelle Leben einzutreten.
(5 Rezensionen, 5,0 Sterne, 224 Normseiten) hier kaufen!

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