Meditation für alle – Tipps und Tricks auch für Skeptiker

Räucherstäbchen, Duftkerzen und Mantras sind nichts für Sie? Meditation wird häufig mit Ritualen, Esoterik und Glaubenssätzen assoziiert. Der Neurowissenschaftler Ulrich Ott präsentiert in seinem Buch die Meditation aus wissenschaftlicher Sicht. Lesen Sie im heutige Tipp über die wissenschaftlich bestätigten Vorteile der Meditation und lernen Sie eine kurze und effektive Anleitung kennen.

Tipps zum Meditieren

Tipps aus dem Buch von Ulrich Ott

Meditation und Wissenschaft

Erst in den letzten Jahren wurde die Wirksamkeit der Meditation intensiv erforscht. Die Methode von Jon Kabat-Zinn wird dabei sehr häufig untersucht, sie nennt sich MBSR (Mindfulness-based stress reduction). MBSR hat für Wissenschaftler den Vorteil, dass es sich um ein hochgradig standardisiertes Programm handelt. In einem achtwöchigen Programm erlernen die Teilnehmer verschiedene Übungen, die sie dann zu Hause alleine durchführen. Das Programm enthält zum Beispiel sanfte Körperübungen, Vorträge zu Themen wie Stress und Kommunikation und Übungen zu mehr Achtsamkeit im Alltag. MBSR wurde ursprünglich entwickelt, um chronischen Schmerzpatienten, die bereits austherapiert waren, eine Hilfe an die Hand zu geben, mit ihren Schmerzen besser klar zu kommen. Durch die guten Erfolge wurde die Methode später auch bei anderen Krankheiten eingesetzt. MBSR reduziert den Stress und damit die psychische Belastung, die mit einer Krankheit einher geht.

Teilnehmer der Kurse zeigten eine Reduktion der ängstlichen Gedanken und des Grübelns, Mitgefühl und Selbstfürsorge nahmen hingegen zu. Wie kommt es zu solchen Wirkungen? Man kann z.B. Unterschiede in der EEG-Aktivität messen, wenn man Patienten vor und nach der Kursteilnahme untersucht. Offenbar verändert die Meditation, wie Informationen im Gehirn verarbeitet werden und auf welche Reize von außen das Gehirn überhaupt reagiert. Im MRT konnte nachgewiesen werden, dass sich die graue Substanz verschiedener Hirnregionen verdichtet. Meditation verändert das plastische Gehirn, was übrigens immer passiert, wenn wir eine neue Fähigkeit lernen.

Meditation in der Praxis

Welche Körperhaltung sollte man einnehmen? Hierzu gibt es noch keine wissenschaftlichen Studien, in der Praxis verwenden Meditierende viele verschiedene Körperhaltungen. Der Autor empfiehlt, einmal darauf zu achten, wie Sie jetzt gerade sitzen, während Sie diesen Artikel lesen. Vielleicht haben Sie jetzt bereits eine entspannte Haltung eingenommen, die trotzdem dafür sorgt, dass Sie aufmerksam bleiben. Damit können Sie bereits eine gute Haltung für sich gefunden haben. Ansonsten bleibt, die verschiedenen Haltungen auszuprobieren. Liegen ist sicher am bequemsten, kann jedoch dafür sorgen, dass Sie einschlafen.

Wer meditieren möchte, muss umschalten. Vom „Machen“ in „Beobachtung“ und „Bewusstwerdung“. Beim Meditieren tut man nichts – nicht im eigentlichen Sinne. Verfolgen Sie keine Absicht und kein Ziel. Sie können Ihren Atem beobachten, oder eine Blume vor sich hinstellen und diese beobachten (mit halbgeschlossenen Augen) oder ein Wort, ein sogenanntes Mantra, ständig wiederholen. Viele Amerikaner verwenden das englische Wort für die Zahl eins, also „one“, weil es im Gegensatz zu der Silbe „OM“ neutral ist. Zu Beginn sollten Sie die Meditationszeit eher kurz halten, schon wenige Minuten genügen. Später können Sie längere Phasen erproben.

Eigentlich können Sie den Wecker stellen, sich hinsetzen und nichts tun. Da uns „Machern“ das aber häufig sehr schwer fällt, lohnt es sich, einen Kurs zu besuchen oder sich in Form von Büchern näher mit dem „Nichtstun“ zu beschäftigen.

Diese und viele weitere Tipps zur Meditation finden Sie im Ratgeber „Meditation für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst“ von Ulrich Ott.

Meditation für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst  Ratgeber von Ulrich Ott: Meditation ist ein Instrument der Selbsterkenntnis, das jeder für sich nutzen kann. Der neben Wolf Singer bekannteste Meditationsforscher im deutschsprachigen Raum erschließt auf undogmatische Weise den Weg in die spirituelle Praxis. Ulrich Ott vereint in sich den rationalen Wissenschaftler mit dem langjährig Praktizierenden. Er vermittelt sowohl fundiertes Hintergrundwissen als auch konkrete Übungsanweisungen. In fünf Schritten lädt er den Leser zur eigenen praktischen Erfahrung ein: ein einzigartiges Meditationshandbuch von sachlicher Überzeugungskraft. (4.5 Sterne, 29 Rezensionen) (208 Normseiten) hier kaufen!

Weitere Informationen und Hinweise finden Sie auch auf der Internetseite des Autors zum Buch.

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