Jojo-Effekt: Was tun bei einer erneuten Gewichtszunahme?

Laufen ist eine Wunderwaffe gegen den Jojo-Effekt – jedenfalls, solange man es tut. Warum erreichen einige keinen dauerhaften Erfolg bei der Abnahme? Und was tun, wenn der Jojo-Effekt einen erwischt hat? Heute geht es um das heikelste Thema überhaupt, das von all jenen, die gerade Erfolge feiern, nur zu gern vergessen wird.

 

Der Kampf gegen den Jojo-Effekt

Ein Artikel aus dem Laufblog „Laufend zum Wunschgewicht“ von Dr. Anja Dostert

Gestern hat es mir folgenden Bild-Artikel in meine Timeline gespült: Susanne Fröhlich, die 2011 noch den Frankfurt-Marathon gelaufen ist und sich mit Sport und Yoga auf eine 36-er Größe schlank getrimmt hat, ist wieder moppelig.

Kann man überhaupt dauerhaft abnehmen?

Dauerhaft abnehmen – ist das möglich?

Im Grunde weiß jeder, wie es geht: Ernähre dich diszipliniert und gesund, sorge für ausreichend Sport, dann hast du dein Gewicht auch auf Dauer im Griff. Das oben beschriebene Beispiel von Susanne Fröhlich zeigt, dass nicht mal die drohnende Überwachung durch die Medien und die Bildzeitung als (zugegebenerweise negative) Motivation ausreicht, um auf Kurs zu bleiben. Viele Prominente sind gertenschlank, wohl, weil sie genau vor solchen Fotos Angst haben. Einige sind magersüchtig. Um dieses Thema soll es heute aber nicht gehen. Es geht mir um jene Personen, die ihr Leben erfolgreich um 180 Grad drehen und dann doch wieder zurück in alte Gewohnheiten fallen.

Gegen den Strom

Wenn man erfolgreich abgenommen hat, ist man der Meinung, dass man nie wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen wird. Irrtum. Einige schaffen es dauerhaft, andere nicht. Ich vergleiche die Gewichtsabnahme gern mit dem Rudern gegen den Strom: Einmal schlank geworden, müssen wir die Position „nur“ noch halten. Aber auch dafür benötigt man Energie. Man muss beim Sport dranbleiben und kann dem eigenen Appetit nicht immer nachgehen bzw. muss Kompromisse suchen und abends einen lecker angemachten Salat statt eine Tüte Chips genießen.

Essen ist die aus meiner Sicht schwierigste Sucht, denn wir werden tagtäglich mit der „Droge“ konfrontiert. Während ein Alkoholiker (und auch hier ist der Ausstieg schwer) für den Rest seines Lebens nein sagen muss, müssen Menschen, die eine Neigung zum Übergewicht haben, tagtäglich, ihr Leben lang, auf die Bremse treten. Denn trotz guter Gewohnheiten können wir aufgrund unserer Biologie, unserer Veranlagung und vielleicht auch aufgrund des Suchtgedächtnisses im Gehirn und des Körpergedächtnisses ständig zurückdriften.

In guten Zeiten schafft man es, das Gewicht spielend zu halten. Aber was ist, wenn uns ein Schicksalsschlag ereilt? Jobverlust, ständiger, nagender Streit in der Ehe, ein Todesfall in Familie oder Freundeskreis oder schlicht die schleichende, unmerkliche Macht der Biologie. Plötzlich ist das Gewicht nicht mehr so wichtig für uns. Weil wir anderes im Kopf haben oder weil wir durch den bisherigen Erfolg nicht mehr wachsam sind.

Ein Ausweg?

Wie kann man dem Jojo-Effekt entkommen, wenn man trotz bahnbrechender Erfolge zurückgedriftet ist? Im Grunde bleibt uns nur eine Lösung: Wieder anfangen. Rudern!

Einigen Menschen fällt es schwerer als anderen. Eine ganze Industrie lebt davon, und das nicht schlecht (und die anderen werden von der Modeindustrie geschröpft 😉 ).  Wer gerade schlank ist, der sollte dankbar dafür sein und sorgfältig auf sich einschleichende, schlechte Gewohnheiten achten. Ein wenig Bescheidenheit tut in jedem Fall gut! (Trotzdem darf und soll man natürlich auch stolz sein, auf das, was man erreicht hat.)

Eines darf man niemals tun: aufgeben. Wer aufgibt, der driftet weiter ins Übergewicht. Und auch wenn es bei einigen Menschen irgendwann stagniert (damit könnte man sich ja dann irgendwie arrangieren), so wissen wir doch, dass es im Grunde nach oben keine Grenze gibt. Und irgendwann wird es körperlich richtig ungemütlich: Dann hat man die Schmerzen, die man sonst bei einem Muskelkater nach einer zu harten Sporteinheit hatte, plötzlich schon, wenn man drei Stockwerke bewältigen muss. Und das kann es ja auch nicht sein, oder?

Lösungsansätze

Eine Lösung für dieses verzwickte Problem kann nur individuell sein. Grundsätzlich ist es enorm hilfreich, wenn man verschiedene Standbeine hat, die ein Abdriften nach hinten verhindern. Man könnte diese Standbeine mit einem Publikum vergleichen, das am Flussrand steht und uns motiviert. Mitruderer, die neben uns schwitzen und uns daran erinnern, dass Sport und gesunde Ernährung durchaus eine lustvolle Sache sein können.

Je mehr gute Gewohnheiten man etabliert hat, desto besser. Eine Sportart mit sozialer Anbindung an eine Gruppe kann helfen. Gerade beim Laufen wird es hier manchmal problematisch: Wer aufgrund einer Verletzung oder Gewichtszunahme das Tempo seiner Freunde nicht mehr halten kann, fliegt quasi raus (oft genug gesehen, das meint niemand böse, aber es passiert trotzdem). Sorge vor, dass du auch Freunde hast, mit denen du mal wandern gehst oder die langsam laufen. Es kann jederzeit passieren: Einmal unachtsam in die Luft geguckt, und man hat eine Bänderdehnung, weil man auf den Stein getreten ist. Oder man stürzt im Haushalt von der Leiter … die Möglichkeiten sind unendlich.

Wenn dir ein Schicksalsschlag den Boden unter den Füßen weggezogen hat, so denke daran, dass ein leistungsfähiger Körper dir dabei hilft, deine Probleme leichter zu bewältigen und die Krise besser zu überwinden. Sport ist mitunter die beste Therapie für den menschlichen Geist. Auch hier helfen Freunde, wenn man aus dem Tritt gekommen ist.

Was man ohnehin regelmäßig im Leben machen sollte, ist eine Standortbestimmung: Wo stehe ich, wo will ich hin? So kann man etwas früher gegensteuern, wenn man abdriftet. Es ist ein verzwicktes Problem, gerade, wenn man mittendrin steckt: Darum sei stolz auf jeden Tag, an dem du etwas für dich und deine Gesundheit tust.

Und wenn es trotzdem passiert: Verzeih dir. Wir sind alle Menschen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Durchatmen, Plan machen, weiter rudern. Life goes on!

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