Handy und Internet mal abschalten

Manchmal scheint es, als sei alles, was uns wichtig ist, im digitalen Netz zu finden. Freunde und Verwandte nur ein paar Klicks entfernt, genau wie jegliches Wissen. Dabei vergessen wir, dass es auch ein Leben jenseits von Computer und Smartphone gibt. Schalten Sie einfach mal ab! Aber vorher lesen Sie noch schnell diesen Artikel …

 

Immer online?

Tipps aus dem Buch von William Powers

Immer online, für manche von uns ist das zur Gewohnheit geworden. Wir hängen in den sozialen Netzwerken ab, fühlen uns auf diese Art den anderen Menschen mehr verbunden und sind doch einsamer als zuvor. Eine WLAN-Freundschaft ist eben nicht das Selbe wie eine Offline-Freundschaft.

Im Internet konsumieren wir eine Menge Wissen, andauernd spült es Links mit Artikeln und Bildern an uns vorbei. Doch wieviel ist dieses Wissen wert? Meist kratzt es nur an der Oberfläche, ihm fehlt die Tiefe, die man dann erreicht wenn man zu einem Thema z.B. mehrere Bücher gelesen hat. Auch haben wir zehn Minuten später schon wieder vergessen, was wir gelesen haben. Diese Informationen sind wie Tonnen toten Treibholzes, das täglich auf dem Informationsfluss an uns vorbeischwimmt. Wirklich etwas Nahrhaftes daraus ziehen können wir in den seltensten Fällen.

Da liegt es doch nahe, darüber nachzudenken, das Internet abzuschalten. Zumindest vorübergehend, um so das beste aus der On- und der Offline-Welt zu erleben.

Abschalten leicht gemacht

Physischen Abstand von Computer und Handy zu halten, ist die einfachste Möglichkeit, die Welt ohne Internetzugang und Ablenkung zu erleben. Machen Sie den nächsten Spaziergang doch einmal ohne Handy. Wir haben heute oft das Gefühl, das Smartphone biete uns Sicherheit, aber es nimmt uns auch das Gefühl der Abgeschiedenheit. Wer in einer fremden Stadt unterwegs ist, hat von seinem Smartphone auch keine Vorteile. In einem Test löste der Teilnehmer mit Reiseführer die Aufgaben besser. Warum? Bewaffnet mit einem freundlichen Lächeln fragte er einfach die Einheimischen nach den besten Tipps in der Stadt.

Heute sprechen wir häufig miteinander, während eine Person den Blick gar nicht vom Bildschirm abwendet. Wenn Sie dies beobachten, bitten Sie die Person um ihre volle Aufmerksamkeit. Einen Flow-Zustand am Computer zu erleben, ist gar nicht so einfach. Aber beim Stricken, Reparieren, Kochen, Holzhacken  oder Gärtnern kann man die Freude am Tun und Sein leichter erleben. Dies wiederum erhöht unsere Zufriedenheit und die Lebensqualität.

Ein Buch hilft uns dabei, nach innen einzukehren. Die Welt rund um uns versinkt, wenn wir lesen. Ablenkungen werden ausgeschaltet. Arbeiten wir am Computer, so können wir mit ein paar Klicks ebenfalls unnötige Ablenkungen auschalten, und sollten dies auch tun, damit wir effektiv arbeiten können. Wenn wir nicht gerade einen Duden benötigen, können wir das WLAN auch einmal zwei Stunden abschalten und uns einfach auf die vorliegende Arbeit konzentrieren.

Mit alten Arbeitsmitteln kann man die Informationsüberflutung gut unter Kontrolle bringen. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts waren Zukunftsforscher davon ausgegangen, dass das Papier irgendwann nicht mehr benötigt wird. Dies ist nicht passiert, denn Papier ist auch oder gerade heute ein nützliches Arbeitsmaterial. Von Hand schreiben aktiviert andere Bereiche des Gehirns. Es lohnt sich, den Bleistift anzuspitzen, wenn uns kein Text einfällt, den wir in die Tasten hauen könnten. Nutzen Sie ein hübsches Notizheft und schreiben Sie Tagebuch (zum passenden Tipp geht es hier).

Franklin brachte mit Hilfe positiver Rituale Ordnung in sein Leben. Sie können eine bestimmte Zeit des Tages als Handy- und Internetfrei erklären oder sich dafür belohnen, wenn Sie die Bildschirmarbeit schnell erledigen und sich so Zeit für andere Dinge schaffen. Wer nicht schon vor dem Frühstück die E-Mails des Tages anschaut, erlebt den Start in den Tag gelassener.

Schaffen Sie in Ihrem Umfeld internetfreie Orte. Kinder sollten lernen, dass solche Zonen auch Spannung und Action beinhalten können, es muss sich nicht unbedingt um eine stille Meditationsecke handeln. Der beste Ort, der all diese Bedingungen erfüllt, wäre ein Baumhaus im Garten oder im Wald. Setzen Sie sich im Zug einmal nicht in das Abteil mit Internetanschluss.

Eine andere Möglichkeit ist es, zu einem einfacheren Handy zurückzukehren. So sind E-Mails und Nachrichten wieder automatisch aus einem Teil des Lebens verbannt. Und wenn etwas wirklich Wichtiges passiert, sind Sie nach wie vor erreichbar.

Viele weitere Tipps finden Sie im Ratgeber „Einfach abschalten: Gut leben in der digitalen Welt“ von William Powers.

Einfach abschalten: Gut leben in der digitalen Welt  Ratgeber von William Powers: Ich bin online – also bin ich? Ein Leben ohne Internet, Emails, SMS, Facebook & Co ist gar nicht mehr vorstellbar. Doch wie findet man angesichts der allgegenwärtigen Informationsflut die richtige Balance, um ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen? Auf der Suche nach mehr Tiefe in der digitalen Welt blickt William Powers zunächst in die Vergangenheit: Bei Denkern wie Platon oder Shakespeare findet er Antworten auf das moderne Dilemma der ständigen Erreichbarkeit. Ein überzeugendes Plädoyer dafür, auch einmal abzuschalten.
(1 Rezension, 5,0 Sterne, 352 Normseiten) hier kaufen!

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