Die Bedeutung des Narzissmus für unser Zusammenleben

Der Kollege ist ein Narzisst! Oder der Chef. Was genau bedeutet es, eine narzisstische Persönlichkeit zu sein? Und brauchen wir alle nicht einen Teil Narzissmus, um gesund zu leben? Im heutigen Artikel geht es um die Bedeutung des Narzissmus für den Menschen und darum, wie man Narzissten erkennt.

 

Narzissmus

Tipps aus dem Buch von Reinhard Haller

Oberflächlich betrachtet scheinen diese Menschen (die Narzissten) in sich selbst verliebt zu sein; in Wirklichkeit aber können sie sich nicht leiden, und mit ihrem Narzissmus wie mit der Selbstsucht kompensieren sie einen grundlegenden Mangel an Selbstliebe. (Erich Fromm)

Was ist Narzissmus?

Im umgangssprachlichen Gebrauch versteht man unter Narzissmus Eigenliebe, Ichsucht und Überhöhung des Selbstwertes. Hinzu kommen noch zwei weitere Aspekte: Narzissten sind sehr leicht kränkbar und empfindlich. Außerdem fehlt ihnen im Umgang mit ihren Mitmenschen meist das Einfühlungsvermögen.Was den Umgang mit Narzissten so schwierig macht, ist ihre permanente Tendenz zur Entwertung anderer Menschen. Um sich selbst noch besser zu fühlen, wertet der Narzisst andere Menschen ab.

Je nach Typ des Narzissten steht eines dieser Kennzeichen im Vordergrund. Bei hoher Empfindsamkeit spricht man vom neurotischen Narzissmus. Entwertet der Narzisst ständig andere Menschen, spricht man vom bösartigen Narzissmus. Wer sich nicht in andere Menschen hineinfühlen kann, ist ein psychopathischer Narzisst. Es gibt viele Kombinationen und Ausprägungsstärken.

Narzissmus ist nicht nur schlecht, eine gesunde Dosis kann die eigene Persönlichkeit stärken. Auf der anderen Seite kann der bösartige Narzissmus Menschen zu Gewalttätern und Mördern machen.

Ich, Icher, am Ichsten

So könnte man das Motto des Narzissten bezeichnen. Er zeigt ein rücksichtsloses Verhalten, das ausschließlich den persönlichen Interessen dient.  Altruismus und Solidarität gibt es für den Narzissten nicht. Nachteile für andere Menschen werden bewusst in Kauf genommen. Mitleid ist dem Narzissten zwar nicht völlig fremd, aber er kann es nur sehr eingeengt empfinden. Dafür hat er für sich selbst umso mehr Mitleid übrig. Wobei er dieses lange vermeidet, denn dann würde er ja eine persönliche Schwäche preisgeben.

Unternehmen handeln heute narzisstisch. Das Unternehmen wird gesund geschrumpft, indem man (kranke?) Mitarbeiter entlässt. Der Turnaround-Manager, der mit harter Hand saniert, wird als Retter gefeiert, obwohl er viele Existenzen vernichtet.

Lieben Narzissten sich selbst?

Das Zitat von Erich Fromm hat diese Frage bereits beantwortet. Der Narzisst liebt sich selbst nicht wirklich, sondern nur oberflächlich. Das Gefühl der Liebe ist ihm fremd, sowohl für sich selbst, als auch für andere Menschen.

Die Dosis macht das Gift

Welchen Wert haben Sie? Es geht in unserer Gesellschaft ständig um den eigenen Wert. Bei der Gehaltsverhandlung wird der Wert letztendlich in Zahlen ausgedrückt. Als Kunde haben wir einen Wert für Unternehmen. Unsere Daten sind für Facebook wertvoll, sie werden verkauft. Als Wähler haben wir einen Wert für die Politiker. Aber der wirkliche Begriff des eigenen Wertes bleibt schwer zu erfassen. Trotzdem ist das Selbstwertgefühl ein zentraler Anteil unseres Selbstbildes und das rechte Maß trägt zu einer gesunden Psyche entscheidend bei. Ständig suchen wir die Balance zwischen Selbstlosigkeit und Egoismus oder zwischen Minderwertigkeitskomplexen und übersteigertem Selbstvertrauen. Ohne eine gesunde Portion Narzissmus ist eine normale Persönlichkeitsentwicklung nicht möglich.

Viele weitere Erläuterungen und eindrückliche und amüsante Fallbeispiele finden Sie im Ratgeber „Die Narzissmusfalle: Anleitung zur Menschen- und Selbstkenntnis“ von Reinhard Haller.

Einen interessanten Vortrag zum Buch finden Sie hier (ca. 90 min).

Die Narzissmusfalle: Anleitung zur Menschen- und Selbstkenntnis  Ratgeber von Reinhard Haller: Warum macht er das? Wie meint sie das?
Glauben Sie wirklich, dass Sie das Verhalten von Menschen durchschauen können? Oder fragen Sie sich auch manchmal, was Menschen dazu antreibt, eine Bühne zu betreten, Höchstleistungen zu vollbringen, vor Wut zu erblinden, um Aufmerksamkeit zu betteln, unerbittlich zu schweigen, sich gekränkt und beleidigt abzuwenden oder manipulativ die Fäden aus dem Hintergrund zu ziehen?
Im rechten Maß unerlässlich für die Entwicklung eines gesunden Selbstwerts, für Leistung und Kreativität, bildet der Narzissmus im Übermaß die Basis von Kränkungen, Neurosen, Gier und Konflikten. Der Narzisst ist nicht nur der, der Erfolge feiert und Lob wie die Luft zum Atmen braucht, sondern auch der anstrengende Energiesauger, der stille Leider, im schlimmsten Fall der Psychopath.
Wie erkennt man Narzissten, was sind ihre Motive und wie kann man sich vor ihnen schützen?
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