Anker lösen und entfernen – eine Technik aus dem NLP


Beim Ankern kommt es in erster Linie natürlich darauf an, Anker zu setzen. Dies ist ein Punkt, der früh gelehrt wird, denn die Anker sind die Grundlage für viele weitere Techniken, die bei NLP wichtig sind. Aber wie löst man einen Anker wieder? (Ein Beitrag von Uwe Klein)

Niemand weiß vorher, wie gut ein Anker wirklich aufgenommen wird. Auch wenn wir denken, dass uns eine gewisse Ressource gut tut und uns diese als Anker wünschen, dann muss das nicht zwangsweise auch zum gewünschten Ergebnis führen.
Aber was ist, wenn das Ergebnis unglücklich macht? Wie kann man sich von einem Anker wieder lösen? Dies wird als „collapsing anchor“ bezeichnet und wird vor allem von erfahrenen NLPlern durchgeführt. Bei dieser Übung geht es darum, einen Anker in sich zusammenfallen zu lassen, so dass er nicht mehr angerufen werden kann. So kompliziert es klingt, es ist eigentlich relativ einfach aber vielleicht nicht ganz so, wie man es erwarten würde. Es sind insgesamt sechs Schritte notwendig, um einen Anker in sich zusammenfallen zu lassen.

So lösen Sie in NLP einen Anker:

Wichtig ist bei dieser Übung ausreichend Ruhe. Idealerweise wird ein Ort aufgesucht, der ruhig ist und an dem man nicht gestört wird. Dann kann es losgehen:

1. Man sucht sich den Anker aus, der aufgelöst werden soll. Wichtig: Der Anker sollte wirklich genau definiert werden und man muss sich sicher sein, dass man ihn auch wirklich lösen möchte. Es bringt nichts, halbherzig an die Sache heran zu gehen und nicht mit dem Herzen dabei zu sein. Wer sich jedoch sicher ist und den Anker ausmachen kann, der gelöst werden soll, der kann beginnen.
2. Zusätzlich zu diesem Anker wird ein weiterer Anker ausgewählt. Dieser sollte stärker sein und mit einem sehr positiven Zustand in Verbindung gebracht werden. Idealerweise wird der stärkste Anker herausgesucht, der einem schon oft geholfen hat. Der Anker sollte an einer anderen Stelle sitzen.
3. Nun wird der negative Anker ausgelöst und es wird gewartet, bis sich das Gefühl eingestellt hat. Das ist eine durchaus unangenehme Seite dieser Übung, die jedoch notwendig ist. Vor allem dann, wenn einen der Anker stark belastet, kann es schwer werden, hier ruhig zu bleiben. Wer sich sehr unsicher ist, der kann sich auch Unterstützung von einer Person holen, die das persönliche Vertrauen genießt. Ist der erste Anker ausgelöst, wird nun der positive Anker ausgelöst.
4. Nun wird abgewartet, was passiert. Dies können ganz unterschiedliche Ergebnisse sein.
5. Im nächsten Schritt ist es wichtig, die Anker immer wieder im Wechsel auszulösen und die Zeiten zwischen dem Wechsel zu verkürzen. Das Ziel ist es, irgendwann beide Anker gleichzeitig auszulösen.
6. Nun wird wieder gewartet was passiert.

Ziel dieser Übung ist, dass der starke, positive Anker den negativen Anker auflöst. Das kann eine ganz unterschiedliche Zeitdauer in Anspruch nehmen. Es kann durchaus helfen, erst mit der Auflösung von einem Anker zu beginnen, der einen selbst nicht so stark bewegt. So fällt es leichter, sich auf das Experiment einzulassen und dann auch einen Anker in Angriff nehmen zu können, der stark negativ belastet ist.

Wichtig: Das Lösen eines Ankers ist durchaus eine große Herausforderung. Die Herausforderung liegt dabei vor allem darin, sich selbst noch einmal mit dem Anker zu konfrontieren, der einen selbst vielleicht stark belastet. Gerade daher ist diese Übung vor allem für Fortgeschrittene geeignet, die gut mit dieser Belastung umgehen können.

Dieser Tipp stammt aus dem eBook „NLP – Praxistipps für Fortgeschrittene“ von Uwe Klein:

Ratgeber-Tipp:

NLP – Praxistipps für Fortgeschrittene

Sachbuch von Uwe Klein

Was bedeutet „Neurolinguistisches Programmieren“ eigentlich genau?

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