Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen

Alkohol ist eine Droge, die sozial durchaus akzeptiert ist. Wir feiern mit Alkohol ins neue Jahr und stoßen bei Festlichkeiten an. Leider findet die gefährliche Substanz immer häufiger den Weg in die Hände von Kindern und Jugendlichen. Im heutigen Artikel geht es um die „Generation Wodka“.

 

Alkohol und die junge Generation

Tipps aus dem Buch von Bernd Siggelkow, Wolfgang Büscher und Marcus Mockler

Immer jünger und immer mehr

Während die Zahlen der Raucher schrittweise zurückgehen, haben die Jugendlichen den Alkohol für sich entdeckt. Nicht nur in sozialen Brennpunkten wird gesoffen, auch Kinder aus sogenanntem „guten Hause“ trinken mit ihren Freunden und geraten zunehmend in Abhängigkeit. Alkopops und Mischgetränke wie Cola-Wodka sind häufig der Einstieg in die Welt des Alkohols. Der Partyschwips wäre nicht das Problem, würde er nicht für einige – immer mehr – Jugendliche in die Abhängigkeit führen. Der Kater vom Abend wird morgens mit einem Bier bekämpft – wenn man denn nicht morgens in der Notaufnahme wach wird.

Ist Alkohol ein Phänomen der Männer? Neue Zahlen belegen, dass es immer häufiger die jungen Frauen sind, die mehr trinken. Süße Mixgetränke haben sie auf den Geschmack gebracht. Ein junger Körper kann den Alkohol nicht so gut wegstecken, schon in jungen Jahren kann es zu Organversagen kommen, wenn regelmäßig getrunken wird. Zusätzlich beeinflusst der Alkohol die Gehirnentwicklung. Gedächtnislücken werden immer häufiger.

Sozial akzeptierte Droge

Jeder Erwachsene kennt das Phänomen: Wer in lustiger Runde nicht mittrinkt, gilt schnell als Spielverderber. Wer nicht wenigstens erklären kann, dass er noch fahren muss, der begibt sich unter Umständen in den Verdacht, trockener Alkoholiker zu sein. In Deutschland ist der gelegentliche Konsum von Alkohol, das Glas Wein zum Essen beispielsweise, sozial genauso akzeptiert wie die gelegentliche Saufrunde. Also lernen die Jugendlichen früh, dass Alkohol in Ordnung ist. Und im elterlichen Schrank stehen ja auch diverse Flaschen auf Vorrat.

Entzug ist schwierig

Eine Studie der Kinderklinik Hannover konnte zeigen, dass alkohol- und nikotinabhänige Jugendliche häufiger mit Rückfällen zu kämpfen haben als die Konsumenten harter Drogen. Während man sich die harte Droge erst im entsprechenden Umfeld besorgen muss, gibt es Alkohol sogar vorne an der Supermarktkasse – für den, der ihn versehentlich beim Einkauf vergessen hat. Hier werden gezielt kleine Flaschen platziert, die den Alkoholiker mit Stoff für unterwegs versorgen. Eigentlich ein Unding! Auch ist es für Jugendliche leicht, an Alkohol zu gelangen. Und wessen Personalausweis kontrolliert wird, der versucht es halt beim nächsten Supermarkt oder schickt seinen älteren Freund. Alkohol ist billig – Wodka mit Brause oder Cola garantiert einen günstigen Rausch.

Lösungen?

Hier wird es eng, denn die Autoren fordern eine ganze Armee von Gesetzen und Verboten. Es ist nicht einzusehen, warum Alkohol abends an Tankstellen verkauft wird. Nur stellt sich die Frage, ob man mit einer Verbotspolitik, wie die Autoren sich das vorstellen, einen Schritt weiter kommt. Was fehlt, sind Tipps für betroffene Eltern, deren Kinder ein Alkoholproblem haben. Oder wie man seine Kinder unterstützen kann, dass sie sich der Droge Alkohol entziehen. Trotzdem sensibilisiert das Buch für das Thema und zeigt eindrucksvoll auf, dass das Phänomen Alkohol nicht nur auf einzelne soziale Brennpunkte beschränkt ist, auch wenn diese Jugendlichen teilweise stärker gefährdet sind.

Viele weitere Aspekte sowie konkrete Fallbeispiele finden Sie im Ratgeber „Generation Wodka: Wie sich unser Nachwuchs mit Alkohol die Zukunft vernebelt“ von Bernd Siggelkow, Wolfgang Büscher und Marcus Mockler.

Generation Wodka: Wie sich unser Nachwuchs mit Alkohol die Zukunft vernebelt. Eltern, Mediziner, Pädagogen und Krankenkassen schlagen Alarm. Denn immer mehr Kinder und Jugendliche konsumieren regelmäßig harte Alkoholika, oft bis zur Bewusstlosigkeit. Eine Studie der DAK hat aufgedeckt, dass bereits zehn Prozent der Kinder unter zwölf Jahren jede Woche Alkohol trinken.
„Trinken, erbrechen, weitertrinken bis zum Umfallen“ – das ist das Motto der Generation Wodka. Und es betrifft von Jahr zu Jahr mehr. Jedes Wochenende sind die Notaufnahmen der Kliniken voll von Kindern und Jugendlichen, die zu tief ins Glas geschaut haben.
Wir können nicht länger zusehen, wie sich ein Teil unserer Kinder regelmäßig in den Rausch flüchtet. Es ist an der Zeit, dieser dramatischen Entwicklung Einhalt zu gebieten. Dafür stehen die drei Autoren des Buches, allen voran Bernd Siggelkow, der Gründer des Kinder- und Jugendhilfswerks „Die Arche“.
Mit einem Vorwort der Moderatorin und Journalistin Caren Miosga.
(7 Rezensionen, 3,9 Sterne, 173 Normseiten) hier kaufen!

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